Künstlerinspiration: Die Tunisereise (Macke/ Klee)

Aus heutiger Perspektive sieht Kunstgeschichte immer weniger revolutionär aus, als sie damals wirklich war … und heute geht es um eine Reise, die nachfolgende Künstlergenerationen geprägt und eine Grundlage für abstrakte Kunst gelegt hat. Das Video oben zeigt die Hintergründe und Inspiration. Grundlegend geht es um etwas, das für jeden hilfreich ist, der etwas malen oder zeichnen möchte: Bildkomposition. Wie gestaltet man Flächen bzw. größere zusammenhängende Objekte oder Landschaften? Wie setzt und kombiniert man Farben und Flächen? Ich zeige das an ein par Beispielen, und die Motive gibt es auch als Download.

Das Prinzip ist ganz einfach: Man zeichnet eine Form nach. Für den Anfang ist es einfacher, wenn man einfache Motive wählt. Blätter z. B. sind einfach umzusetzen und liefern wunderschöne Ergebnisse.
Ich habe das digital umgesetzt, man kann aber auch einfach ein Bild ausdrucken, Transparent darüberlegen und die Linien nachzeichnen. Man hat dann also das linke Bild in der Reihe oben. Dann zeichnet man sich kreuzende Linien ein, im zweiten Bild sind sie orange dargestellt. Je nachdem, ob man kleinere oder größere Flächen haben möchte, zeichnet man mehr oder weniger Linien.

Das zweite Motiv ist kleinteiliger und komplexer. deshalb habe ich nur wenige Linien verwendet. Oben rechts, wo sich die Blätter überkreuzen, entstehen ganz von selbst Überschneidungen, die nachher spannende Details liefern.
Während ich im ersten Bild Farben aus einer ähnlichen Palette verwendet habe, mische ich hier kalte Farben (grün und blau) und warme Farben (Rot-Orange-Pink-Töne). Das lässt die Farben nachher besonders leuchten und liefert bei den Überschneidungen maximale Kontraste.

Tunesien kann ich leider nicht anbieten, aber dieses Foto habe ich in Marokko gemacht. Das Motiv selbst hat hier ebenfalls bereits viele Flächen und benötigt nicht allzu viele zusätzliche Linien. Der Himmel, der im Foto denkbar langweilig ist, wird durch viele Linien in viele Flächen unterteilt. Ich habe hier wieder die kalt/ warme Farbkombination aus dem vorigen Bild verwendet. Natürlich kann man – wie Klee es machte – auch realistischere Erdfarben verwenden. Aber ich liebe Mackes fröhliche Tunis-Farbpalette.

Das Schöne an diese Vorgehensweise ist, dass man im Grund nichts falsch machen kann. Und das Ausmalen der Flächen ist ungeheuer entspannend – deshalb ist Zeichnen und Malen meine bevorzugte Meditationsform. Und dann erhält man natürlich auch wunderschöne Ergebnisse. Vielleicht von Lieblingsmotiven, die man gerade nicht real bereisen kann?

Ein schönes, kreatives Wochenende!
Katrin @katrink_illustriert

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